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Altweltkameliden sind die Kamele. Das Trampeltier mit zwei Höckern und das
Dromedar mit einem Höcker. Neuweltkameliden sind die noch wildlebenden Arten,
wie das Vikunja und das Guanako sowie die Haustierarten, das Alpaka und das
Lama, sind die höckerlosen Kamele der Neuen Welt. Alpakas und Lamas sind
wie alle Kameliden – Schwielensohler. Sie haben keine Hufe oder Klauen,
sondern laufen als Schwielensohler auf weichen gepolsterten Schwielen. An
den beiden Zehenendgliedern befinden sich Nägel, welche die Zehen von oben
schützen. Durch diese leichten federnden Polstern eignen sich Neuweltkameliden
zur Beweidung empfindlicher Flächen. Durch ihre zweigeteilte, getrennt
bewegliche Oberlippe wird ermöglicht, Gräser zu fassen und sehr vorsichtig
abzubeißen ohne dabei die Wurzel und die Grasnarben zu beschädigen. Die Heimat
der Alpakas und Lamas ist Südamerika. Peru, Bolivien und Chile entlang der
Anden, eine herrliche Landschaft in unbeschreiblicher Schönheit die sich
miteinander verbinden. Hier wurde von den Inkas vor ca. 6000 Jahren mit der
Domestizierung von Alpakas und Lamas begonnen.
Das Lama, groß und kräftig,
erreichen ein Stockmaß von ca. 100 bis 130 cm und ein Gewicht von ca. 100 bis
150 kg, sind daher als Lasttier im unwegsamen Hochland bestens geeignet.
uns werden die Lamas als Trekking - Begleittier zu Wanderungen eingesetzt.
Das Alpaka, etwas kleiner als das Lama, erreichen ein Stockmaß von ca. 75 bis
100 cm und ein Gewicht von ca. 45 bis 70 kg, starke Bewollung vom Kopf bis zu
den Zehen, ist für die Wollproduktion bestens geeignet. Die Faser zählt neben
Kaschmir und Seide zu den edelsten Naturfasern, deren Dichte feine,
gleichmäßige Faser mit gleichmäßiger Kräuselung (crimp) und Strähnenbildung
so begehrt macht. Wir finden mehr als 25 verschiedene Naturfarben, einfarbig
und mehrfarbig. Sie werden einmal im Jahr geschoren. In Nordamerika und Europa
sind Alpakas als Haus- und Begleittier geschätzt. In Deutschland sind Alpakas
und Lamas seit 1996 anerkannte landwirtschaftliche Nutztiere (Alpakas = 0,08 VE ).
Alpakas sind Herdentiere, deshalb können sie einzeln nicht gehalten werden. Eine
Weide ist nicht nur zur Futteraufnahme nötig, sie benötigen auch einen großen Auslauf,
um sich bewegen zu können. Eine Fläche von ca. 1000 qm für 2 Tiere soll es schon
sein. Größere Weideflächen sind besser, da durch Kot- und Wälzplätze der
Futteranteil der Weidebereiche verloren gehen. Es ist darauf zu achten, dass sich
keine Giftpflanzen auf der Weide befinden. Die Alpakas werden ca. 20 Jahre alt. Je
nachdem wie sie gehalten und gepflegt werden, werden sie auch älter. Die Tragzeit
der Alpakas liegt in der Regel bei 11½ Monate. Die Geburt eines Fohlens erfolgt
meistens bei Tageslicht. In seltenen Fällen mal in den Abendstunden oder in den
Morgenstunden. Das Fohlen wiegt im Durchschnitt zwischen 4½ und 7 kg. Die
Verständigung der Alpakas untereinander ist ein sehr leises Summen, sowohl auch eine
Reihe von Ohr-, Schwanz- und Körperstellungen, als auch mit einem schrillen
Alarm- oder Angstlaut vor unbekannten Tieren. Alpakas sind eine faszinierende
Tierart mit nur einem einzigen Nachteil: Wer ihnen zu lange in ihre großen,
runden, dunklen und strahlenden Augen schaut, der wird sofort infiziert von
dem Alpaka-Virus. Es geht eine unbeschreibliche Ruhe und Faszination von ihnen
aus, das einem ein Gefühl gibt, wieder neugeboren zu sein. Deshalb sind Alpakas mit
ihrer ruhigen und sozialen Art auch für die tiergestützten Aktivitäten/ Therapie
geeignet. Anfänglich etwas scheu, sind Alpakas freundlich, offen, charmant und sehr,
sehr neugierig. Wenn man für die Alpakas etwas Zeit opfert und mit ihnen spielerisch
trainiert, dann macht es sehr großen Spaß, wenn sie über kleine Hindernisse gehen,
wie z. B. über eine Wippe oder eine Stange springen, so sieht man, dass auch
Alpakas doch sehr intelligent und lernfähig sein können. Vor allem Kinder sind sehr
angetan von diesen kleinen wolligen Tieren. Obwohl Alpakas sonst sehr zurückhaltend sind,
solange sie sich frei bewegen können, haben sie auch gerne den Kontakt
zum Menschen, sobald sie an der Leine gehen. Ja, auch Alpakas können spucken,
aber nicht ohne Grund. Es sei denn, um sich selbst zu verteidigen, wenn es um die
Rangordnung oder um das Futter geht. Alpakas sind außergewöhnliche Wesen und
wie geschaffen für die harmonische Nutztierhaltung. Sie sind gutmütige Wesen und
mit ihrer sanften und beruhigenden Art, auch für den seelischen Ausgleich des manch
gestressten Menschen geeignet. Wenn man sie beobachtet, vergißt man schon mal die
hektische Zeit in der wir heute Leben.
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